
Tom Waits bleibt sich selbst auch auf seinem neuen Album "Bad as me" treu. Foto: Jessie Dylan / www.tomwaits.com
Tom Waits - "Bad as me" (Anti/Indigo)
Tom Waits ist nicht gerade ein Schöngeist. Zumindest dürfte seine zwar charismatische, aber bisweilen kratzig plärrende Stimme nicht jedermanns Geschmack sein. Von einer 50 Songs umfassenden Box und einem Live-Album abgesehen, liegt das letzte Album „Real Gone“ gut sieben Jahre zurück – höchste Zeit für den Meister also, sich wieder zu Wort zu melden. „Bad as me“ ist sein neuester Streich – was frei übersetzt soviel heißen mag wie „Coole Sau“.
Geboten wird eine vertraute Umgebung, bestehend aus sirrenden Bläserklängen, wuchtigen Beats und einer ordentlichen Portion Blues. Bereits der Opener „Chicago“ erzeugt eine skurrile Atmosphäre, die nur er so famos hinzaubern kann: Als Direktor eines bunten Jahrmarkts führt er sein Publikum an zahlreichen Attraktionen vorbei. Waits gröhlt, näselt und wispert dabei munter vor sich hin. Aber auch für ruhige Klänge wie den Gospel Track „Satisfied“ oder den Blues-Standard „Raised Right Men“ ist der Us-Amerikaner auf seinem mittlerweile 17. Studioalbum zu haben.
Stänkerer werden die ganze Platte von Vorne aufrollen und infrage stellen, ob der Mann überhaupt singen kann. Gegenargumentieren lohnt nicht, denn Recht haben sie sowieso. Alle anderen halten eine Platte in den Händen, die im Grunde unspektakulär ist – und genau deswegen mitreißt.