
Die Red Hot Chili Peppers aus Los Angeles veröffentlichten am 29. August ihr 10. Studioalbum "I'm With You". Foto: Warner
Red Hot Chili Peppers – „I’m with you“ (Warner Bros. Records)
Lange haben sie auf sich warten lassen, doch nun ist es endlich soweit: Das neue Album der Red Hot Chili Peppers, „I'm With You" ist raus!
Nach 25 Jahren Bandkarriere gaben die Kalifornier 2008 bekannt, dass sie sich erst mal für ein Jahr zurück ziehen werden.
Aus dem einen Jahr wurden schnell zwei , und obwohl sich die Band bereits im Januar 2010 live zurückmeldete, mussten die Fans noch weitere eineinhalb Jahre auf ein neues Werk der Peppers warten. Und nun wurde "I'm With You" am 29. August endlich der Öffentlichkeit präsentiert.
Dass sich der Stil der einstigen Funk- und Crossoverkoryphäen verändert hat, musste man schon beim Vorgängeralbum "Stadium Arcadium" aus dem Jahr 2006 feststellen. Bereits vor der Veröffentlichung der neuen Platte ließ die Band verlauten, dass sie sich in neuen musikalischen Gefilden bewegt. Zumindest in diesem Punkt halten sie ihre Versprechen.
Denn, dass es noch poppiger und mainstreamkompatibler geht als vorher, beweisen sie auf „I’m with you“ eindeutig. Den Funk von einst such man auf dem gesamten Werk fast vergeblich. In einigen Parts von Bassist Flea schwingt er noch mit. Man weiß jedoch nicht, ob hiermit lediglich ein Trademark am Leben gehalten werden soll, dass die Band schon lange nicht mehr auszeichnet oder ob es der unterdrückte Wunsch nach neuen musiklaischen Wegen ist, die vom Zwang zu Mainstream und Massenkompatibilität verdrängt werden - Millionen verkaufter Platten können eben auch eine Bürde sein. Mancher Song auf "I'm With You" erinnert einfach nur an "70er Jahre Discoverschnitt".
Mit den klassischen Red Hot Chili Peppers Alben, wie beispielsweise "Mothers Milk" (1989), dass der damals noch neu besetzten Band zu ihrem Durchbruch verhalf oder den späteren Erfolgsalben "Bloodsugarsexmagik" (1991), „Californication“ (1999) oder „By The Way“ (2002) hat „I' With You“ wahrlich nicht mehr viel gemeinsam. Die neue Platte ist wesentlich melodischer gestaltet und geht schnell ins Ohr - ein typisches Chartprodukt. Außerdem bemerkt man deutlich die Abwesenheit von Gitarrist John Frusciante, der die Band bereits 2008 aus persönlichen Gründen verlassen hatte und der 2010 durch seinen Intimus Josh Klinghoffer ersetzt wurde.
Alles in allem ist das 10. Studioalbum der Chili Peppers kein besonderes Highlight. Das Album klingt recht monoton und hat keine Ecken und Kanten. Um sich nebenbei mit etwas Musik zu entspannend taugt es aber allemal. Wer jedoch so lange an einem Album arbeitet, sollte eigentlich etwas Aufregenderes abliefern können als simples Chartsfutter.Man darf gespannt sein, ob Sänger Anthony Kiedis und Kollegen wenigstens live weiterhin so überzeugend sind wie bisher. Die passende Gelegenheit bietet sich am 21.10 in der Festhalle, Frankfurt.