Foto: Ulla Trampert/Pixelio
Echonaut Finn Holitzka: Er hatte die Schlagzeugstöcke beim Mythos Nirvana in der Hand. Schrieb und komponierte einst auf eigene Faust ein ganzes Album und füllt mit seinem Hauptprojekt, den Foo Fighters, schon seit Jahren die Stadien dieser Erde. Dave Grohl ist unbestritten eine Koryphäe im zeitgenössischen Rock-Universum, und trotzdem haben er und seine Bandkollegen mit dem Titel „Walk“ sich selbst übertroffen. Im Song geht es um Lebenswillen, Zuversicht und den Glauben an eine zweite Chance, vorgetragen von Grohl, dessen Repertoire wie gewohnt brünstiges Knurren und melancholisches Schnurren gleichermaßen umfasst. Untermalt wird das ganze von einem optimistischen Gitarrenthema und treibendem Bass-Rhythmus.
ECHO-Live-Mitarbeiter Christian Chur: Seit Anfang des Jahres rauscht wieder der Wind der Wüste durch die Säle mittelgroßer europäischer Konzerthäuser. Und damit auch durch meinen CD-Player. Die Stoner-Rocker „Kyuss Lives!“sind für mich das Revival des Jahres. Sie gebärden sich zwar wie testosteronreiche Kampfmaschinen, die von der Melancholie des Grunge und der Hippness der Britpopper mal so gar nichts halten. Aber sie bleiben authentisch und erzeugen mit ihren vorwärtspeitschenden Songs einen Sog, dem ich zurzeit völlig erlegen bin. Das grandiose Album „Welcome To Sky Valley“ hat keine wirklichen Schwächen, aber da nun mal ein Sommerhit verlangt wird, wenigstens ein Anspieltipp: „Supa Scoopa And Mighty Scoop“.
ECHO-Live-Mitarbeiterin Tamara Krappmann: Wenn alles ganz einfach wird, hat man das perfekte Sommerfeeling: Einfach ohne Jacke aus dem Haus gehen. Einfach nur in der Sonne liegen. Einfach aufs Rad schwingen und losfahren. Keinen Gedanken verschwenden an das, was morgen ansteht. Alles, was zählt, ist das Jetzt, finden auch die Jungs von „Duran Duran“: „All you need is now.“ Dass das Ganze ein wenig schräg und hintergründig melancholisch daherkommt, schadet kein bisschen: Schließlich ist der Sommer irgendwann zu Ende. Die Musik aber nicht: „Let it play a little longer.“
ECHO-Live-Mitarbeiterin Meike Mittmeyer: Regen, Wind und 15 Grad Außentemperatur – der Sommer hat es in diesem Jahr nicht gut gemeint mit allen Daheimgebliebenen. Wer keine Aussicht auf eine Reise in südliche Gefilde hatte, verfiel bereits Mitte Juli in regelrechte Winterdepressionen. Wie schön, dass man sich wenigstens mit Musik weit wegdenken kann: „Anywhere Else But Here“ von „Simple Plan“ ist deshalb mein Sommerhit 2011. Die Punkrocker aus Kanada zählen in gewohnt frischer, poppiger Gute-Laune-Manier Orte auf, an denen man jetzt viel lieber wäre. Augen zu, Kopfkino an – und für gut drei Minuten lässt sich selbst der verkorkste Sommer 2011 schön träumen.
ECHO-Live-Mitarbeiterin Julia Abb: „Die Stimme kenn’ ich doch“, dachte ich mir neulich, als im Autoradio der Song „I Missed You“ gespielt wurde. Und tatsächlich: Der Titel wurde gesungen vom US-amerikanischen Singer-Songwriter Joshua Radin, der hierzulande leider noch völlig unbekannt ist. Radin bringt sein drittes Album „The Rock and the Tide“ nun auch in Deutschland auf den Markt und hat dafür eigens eine neue Single aufgenommen. „I Missed You“ ist zwar im Vergleich zu den anderen Songs des grandiosen Albums etwas zu poppig geraten und passt eigentlich nicht in Radins Kategorie „Whispered Rock“, aber Sommerhits dürfen ja ruhig auch mal etwas einfacher gestrickt sein.







