
Mit ihrem aktuellen Album »Wasting Lights« stürmten die Foo Fighters auf Anhieb die internationalen Album-Charts.
Foto: Steve Gullick
Foo Fighters - „Wasting Light“ (RCA / Sony)
Zugegeben - der ganz, ganz große Wurf ist den Foo Fighters mit „Wasting Light“ im April nicht gelungen. Wer davor kein Fan der Band um Dave Grohl war, wird es wohl auch danach nicht sein. Aber wer ihren Sound mag, darf sich über diese Platte freuen, zeigt sie doch eine gute Entwicklung der Band in den vergangenen Jahren. Dass das Album komplett in Grohls Garage entstanden ist, hat der Produktion scheinbar gut getan. Das neue Album dürfte Hardcore-Rocker und die eher poporientierten Teile der Fangemeinde versöhnen, denn für beide Lager steckt genug in dieser Produktion.
Grunge-Fans dürften entzückt sein, wenn sie Grohl in Tracks wie „White Limo“ Marilyn-Manson-like kreischend zum Headbangen animiert - Songs wie diese wecken spontan Sehnsüchte nach Amerika, nach einem Spätnachmittag im Mustang auf einer Wüstenstraß mit lässigen, biertrinkenden Freunden auf der Rückbank.
Auch Nummern wie die erste Single „Rope“ rocken wie gewohnt, es ist der unverkennbare, druckvolle und dichte Foo-Fighters-Sound, den man liebt. Aber es ist schön, dass die Jungs Neues ausprobieren. Wie in „Dear Rosemary“, dem Hüsker Dü-Sänger Bob Mould seinen Stimme im Hintergrund leiht. Der Track gefällt, weil er einen Tick melodischer, etwas frischer daherkommt, als man es in letzter Zeit von der Band zu hören bekam – ohne jemals zu vergessen, dass es hier um Rock’n Roll geht und um nichts Anderes.
Unter den Weihnachtsbaum damit!