"Rise Against". Foto: Universal Music
2011 jagte ein Musik-Highlight das nächste: von deutschsprachigen Künstlern, die sich in der Pop-Szene etablieren konnten, über Neues von den „Foo Fighters“ und „Rise Against“ bis hin zu Band-Wiedervereinigungen, die man kaum noch für möglich gehalten hat. Für 2012 kündigen sich bereits einige Knüller an. Mit den letzten Takten von 2011 geht ein denkwürdiges Musikjahr vorüber. Nicht genug damit, dass „Nirvanas“ Jahrhundertaufnahme „Nevermind“ zum zwanzigsten Jubiläum wieder in aller Munde war, dass man für das Schlossgrabenfest in Darmstadt „Sunrise Avenue“ als Headliner an Land ziehen konnte und sich die Soulwelt mit Amy Winehouse tränenreich von einer ihrer begabtesten Künstlerinnen schlechthin verabschieden musste.
Nein, auch was die Veröffentlichung neuer Werke angeht, war dieses Jahr mehr als ergiebig.Hierzulande etablierten sich vor allem wieder viele deutschsprachige Projekte, was die Tendenz der letzten Jahre fortsetzt. Tim Bendzko und Andreas Bouhrani sorgten im Pop-Bereich für klopfende Mädchenherzen. Für „Jupiter Jones“, benannt nach einem Charakter aus der Hörspielserie „Drei ???“, bedeutete 2011 dank ihres selbst betitelten ersten Albums die Erschließung ganz neuer Hörerschaften. Der Erfurter Thomas Hübner ist dagegen schon lange eine feste Größe in Deutschland. „An und für sich“ hieß sein Neuling, wie immer veröffentlicht unter seinem Pseudonym „Clueso“.
"Foo Fighters" und "Rise Against" punkten
Selbstverständlich schlief auch der Rest der Welt nicht: Die „Foo Fighters“ und „Rise Against“ lieferten mit „Wasting Light“ und „Endgame“ die beiden meiner Meinung nach besten Rockplatten des Jahres, wobei ihnen „Mylo Xyloto“ von „Coldplay“ und „I’m with you“ von den „Red Hot Chili Peppers“ in ihrem kommerziellen Erfolg kaum nachstehen. Und wer es schafft, wie die „Arctic Monkeys“ ein Indie-Album („Suck it and see“) innerhalb einer Woche über 150 000 Mal zu verkaufen, verdient ein Sonderlob.
An einer Frau kam man 2011 nicht vorbei – und das hat nichts mit ihrer Figur zu tun. Adele sollte es mit ihrer zweiten Scheibe „21“ vermutlich gelungen sein, die letzten Zweifler zu überzeugen, dass sie zurzeit die beste Sängerin dieses Planeten ist. Einen krönenden Abschluss für dieses Granatenjahr, das zudem noch Neues von den „Strokes“, den „Subways“, „Simple Plan“ und den „Beatsteaks“ gehört hat, erbrachte „Bush“ mit „The Sea of Memories“. Acht Jahre nach der Trennung haben sich Gavin Rossdale und seine Kollegen doch wieder zur gemeinsamen Musik bekannt, und das in sehr beachtlicher Form.
Trotz dieser exzellenten Ernte muss der Hörer sich aber nun nicht mit Gram dem folgenden Jahr zuwenden, gibt es doch schon jetzt vielfach Anlass zur Vorfreude. Eingeläutet wird 2012 mit „A Flash Flood of Color“ von „Enter Shikari“, das am 12. Januar erscheint. Die Band ist berühmt und berüchtigt für ihre energische Legierung von Rockelementen und Elektrobeats, gewürzt mit philosophischer Gesellschaftskritik. Auf Tour waren die Briten unter anderem schon mit „Linkin Park“. Deren Frontmann Chester Bennington frohlockte, man habe „Qualitätsmaterial“ bereit und ließ den „Rolling Stone“ wissen, er wäre „geschockt“, könne man 2012 kein Album präsentieren.
Viertes Album von „Billy Talent“ am Start
Ein wenig konkreter werden die Kanadier von „Billy Talent“. Auf ihrer Webseite kündigten die Punkrocker Ende November an, jetzt im Studio zu schuften , damit das vierte Album „Billy Talent X“ im nächsten Jahr erscheinen könne. Ähnliches lassen „Shinedonwn“ aus Florida verlauten. Die Gruppe, die mit „Second Chance“ in Deutschland bekannt wurde, arbeitet seit Sommer auf Hochtouren an musikalischem Frischfleisch. „Metallica“ haben sich ja schon in diesem Jahr mit „Lulu“ (in Kooperation mit Lou Reed) ins Getümmel gestürzt, 2012 soll nun eine EP mit älterem, aussortiertem Material folgen. Auch „Bullet for my Valentine“ und die Elektro-Urgesteine von „The Prodigy“ wollen sich 2012 zurückmelden.
Auch in der deutschen Musikszene wird wieder einiges passieren: „Kraftklub“ aus Chemnitz, die schon Schlossgrabenfest und Nonstock-Festival gerockt haben, veröffentlichen am 20. Januar ihr Debüt-Album „Mit K“. Gesteigert werden dürfte die Lust auf deutsche Kost durch das angekündigte „Ärzte“-Album und die Tournee „Das Ende ist noch nicht vorbei“. „Green Days“ Meisterwerk „American Idiot“ wird verfilmt, wie seit diesem Jahr bestätigt ist, wann aber die Punkrocker ihre bereits fertigen neuen Songs als Album veröffentlichen, steht hingegen noch in den Sternen.







