Stilvoll musikalisch reisen mit (von links) Tobias Brzitwa (Bass, Gesang), Daniel Kirsch (Schlagzeug, Gitarre, Gesang), Daniel Klose (Gitarre, Gesang) und Ina Rnjak (Gesang) alias "The Aesthetic Voyager". Foto: Andreas Marx
Geschichten erzählen, das faszinierte den Groß-Gerauer Daniel Klose, der jetzt in Mainz lebt, schon immer. Als Frontmann der Akustik-Pop-Band "The Aesthetic Voyager" ist vor allem er es, der die Lieder schreibt. Zusammen mit Sängerin Ina Rnjak aus Darmstadt, Schlagzeuger, Sänger und Gitarrist Daniel Kirsch aus Mainz und Tobias Brzitwa aus Rüsselsheim am Bass steht der Gitarrist und Sänger Klose seit Mai dieses Jahres auf den Bühnen der Region. Als SingerSongwriter begann Daniel aber bereits 2002, seine selbstgeschriebenen Songs an die Öffentlichkeit zu tragen.
Das Selbst-Musik-Machen war schon immer ein wichtiger Bestandteil im Leben des 28-Jährigen. "Mit drei Jahren bekam ich meine erste Ukulele", berichtet er. "Später spielte ich Schlagzeug in unterschiedlichen Bands, komponierte nebenbei aber auch meine eigenen Stücke auf der Gitarre." Als die Bands sich nach und nach auflösten, begann Daniel sein eigenes Projekt zu starten – diesmal rein akustisch und solo.
"Wollte mir meine Unabhängigkeit erhalten"
"Als Solo-Künstler ist man nicht abhängig von anderen Musikern", begründet Klose seine Position. Dass heute statt einem gleich vier Musiker auf der Bühne zu sehen sind, sei auch eher Zufällen zu verdanken. So kam es, dass Klose nach einem Auftritt in der Groß-Gerauer Nordkirche von Schlagzeuger Daniel Kirsch angesprochen wurde. "Das war im Jahr 2010", erzählt Daniel Klose. „Ich habe damals aber abgelehnt. Ich wollte mir lieber meine Unabhängigkeit erhalten."
Nach rund zwei Monaten des Abwägens entschied sich Daniel dann aber doch dazu, den anderen Daniel mit ins Boot zu holen. Wenig später schloss sich auch Bassist Tobias an. Dieser spielte zu dieser Zeit aber noch gleichzeitig in der Rüsselsheimer Band "Critical Load", weshalb er nach einigen Proben aus zeitlichen Gründen wieder absprang. Indessen lernte Klose Sängerin Ina Rnjak kennen, die "The Aesthetic Voyager" fortan eine weitere Stimme verlieh. Als Tobias im Mai 2011 wieder zurückkehrte, war die Band komplett. "Seitdem heißt es spielen, spielen, spielen", sagt Daniel.
Aber auch wenn er mittlerweile Teil einer Band ist, hat sich Daniel seine musikalische Eigenständigkeit erhalten. "Die Grundgerüste unserer Songs stammen in der Regel alle von mir", erklärt er. "In der Probe wird dann gemeinsam daran gebastelt." Vor allem, dass jeder der Musiker seine Songs auf ganz eigene Weise interpretiere und verändere, sei das Besondere. "Oft bin ich überrascht, was aus einem Song wird, den ich vorher allein geschrieben habe. Ohne den Rest der Band wäre ein solcher Entwicklungsprozess wohl kaum möglich", betont er.
Lieder wie Kurzgeschichten
Inhaltlich gewinnt Daniel seine Inspiration aus teils sehr originellen Quellen. "Ich erzähle gern Geschichten in meinen Songs", sagt er. "Eins meiner Lieder habe ich zum Beispiel an eine Kurzgeschichte von Jack London angelehnt. Dabei geht es um einen Trupp Unerschrockener in Alaska, die ums Überleben kämpfen und sich am Ende der Kälte geschlagen geben müssen. Das gibt es in vielen Geschichten Jack Londons. In der Kurzgeschichte 'The white silence' (Die weiße Stille) geht es jedoch um etwas anderes. Trotzdem hab ich den Titel sozusagen übernommen und einen grundsätzlichen Überlebenskampf beschrieben, der lose an einzelne Szenen aus Jack Londons Geschichten insgesamt angelehnt ist."
Auch der Name "The Aesthetic Voyager" stammt ursprünglich aus einem Buch. "Ich weiß, unser Bandname ist sperrig und schwer zu merken, aber er hat natürlich auch eine Bedeutung", sagt Daniel lächelnd. "Ich war schon früh von Jon Krakauers Buch 'Into the Wild' begeistert. In dem Buch geht es grob um einen Reisenden, der sich in seinen Tagebüchern selbst 'The aesthetic voyager' nennt. Für mich bedeutet der Name primär, dass man mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zieht. Ferner geht es dabei um das bewusste Erleben von Momenten ästhetischer Erfahrung. Ästhetik - eben die Lehre vom Schönen." Die Erfahrung mit dem südhessischen Schönen ist wohl bald zu machen, dann Konzerte und ein Debüt-Album sind bald geplant.







