»Dear Snowcap«: Das sind (von links) Jonas Schroth (Bass), James Brückheimer (Schlagzeug) und Christian Schilling an der Gitarre. Foto: Robert Heiler
Seit knapp einem Jahr steht die psychedelische Blues-Rock-Gruppe „Dear Snowcap“ aus dem Kreis Groß-Gerau auf Bühnen der Region. Psychedelic Blues-Rock, das ist experimentelle Rockmusik mit ungewöhnlichen Klang- und Liedstrukturen. Da verwundert es nicht, wenn die Gitarre von Sänger Christian Schilling plötzlich nach einer Orgel klingt oder Schlagzeuger James Brückheimer mitten im Song einen Rhythmuswechsel einleitet.
Die Einflüsse der Band reichen von Jimi Hendrix über „Cream“ bis zu „The White Stripes“ und darüber hinaus. Es gehe ihnen aber nicht darum, wie jemand anderes zu klingen, betont Christian. Vor allem das Kreieren eines eigenen Klang sei ihnen wichtig.
„Eigentlich waren wir mal eine Cover-Band.“ Christian (21), der aus Klein-Gerau kommt, und der gleichaltrige Gernsheimer James spielten zuerst nur auf Geburtstagen. „Irgendwie hatten wir aber das Gefühl, dass etwas fehlte.“ Aus diesem Grund beschlossen sie nach rund einem Jahr, Bassist und Hintergrundsänger Jonas Schroth (19) von der Hessenaue in die Band aufzunehmen.
Nach und nach ersetzten selbstgeschriebene Lieder die von der Gruppe nachgespielten Musiktitel. „Die Inhalte unserer Songs sind verrückt und irgendwie grenzüberschreitend“, erzählt Sänger Christian. Die Texte der Lieder seien dazu gemacht, bedacht und interpretiert zu werden. „Viele Bands singen über Frauen und Liebe.“ Davon wollen sich die drei Jungs ganz bewusst abgrenzen. „Wir machen keine glattgebügelte Popmusik“, betont James.
Die Texte der Band seien fast immer nachdenklich oder melancholisch gestimmt. Neben einer moralischen Aussage spiele auch die Natur eine große Rolle in den Stücken. Naturverbunden ist auch der Name der Band. „Wir blätterten durch die Seiten eines uralten englischen Vogelbuchs“, berichtet Bassist Jonas. Dabei stießen die Musiker auf die Vogelgattung „Snowcap“, also „Kolibri“. Der Name „Dear Snowcap“ bestimmt demnach den Kolibri als Adressaten für die Musik der Gruppe.
Die Inspirationsquellen für Texte seien vielfältig. „Einmal nahmen wir uns ein altes englisches Gedicht als Vorlage“, erinnert sich Christian. „Das Instrumentale funktioniert wie Tetris“, beschreibt James die Entstehung der Lieder. In der Regel habe einer der Musiker eine Grundidee, die die anderen musikalisch interpretieren und ergänzen. Das Werden eines Stücks könne dabei von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten dauern. „Erst danach entscheidet sich, ob der Song eine Rakete wird“, fügt James lachend hinzu. Wichtig sei zudem auch die gegenseitige Inspiration.
In musikalischer Hinsicht musste sich das Dreiergespann erst einmal finden. „Unsere ersten Songs waren sehr geradlinig“, berichtet Jonas. Doch je mehr man sich aufeinander eingespielt habe, desto mehr „Freiraum hatten wir beim Spielen.“ „Wir haben immer das Gefühl, unser neuster Song sei auch unser bester“, sagt Christian. „Viele unserer ersten Songs spielen wir live schon nicht mehr.“
„Auftritte bringen uns weiter“, sagt Jonas. Zur rasanten Entwicklung der Band trägt sicherlich auch ihre wachsende Bühnenerfahrung bei. Motiviert vom positiven Feedback nach einer Show und der stetigen Unterstützung von Freunden und Verwandten, befindet sich die Gruppe ständig im Wandel. Doch auch aus negativen Erfahrungen haben die jungen Musiker bereits gelernt. Dazu gehörten zum Beispiel drei gerissenen Gitarrensaiten an einem Abend, leere Zuhörerräume zu später Stunde oder gar explodierende Verstärkern. Umso mehr Sicherheit gebe ihnen aber die Unterstützung von Freunden, Verwandten und Fans.
Zur Musik gekommen sind die drei Freunde auf ganz unterschiedlichen Wegen. Während Sänger und Gitarrist Christian lange Zeit vor seiner Karriere als Gitarrist in die Blockflöte blies, begann Bassist Jonas bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspielen. „Ich wollte damals ein Mädchen beeindrucken“, berichtet Schlagzeuger James. „Das Mädchen habe ich leider nicht bekommen“, die Musik blieb ihm aber bis heute erhalten.
„Musikmachen ist für uns ein Hobby“, sind sich die Musiker einig. Umso überraschender waren die frühen Erfolgserlebnisse für die Gruppe. „Unsere größten Ziele waren es immer, einmal auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt und dem Treburer Open Air zu spielen“, erinnert sich Jonas grinsend. Dass sich ihre Träume innerhalb eines Jahres erfüllen würden, hätte keiner der drei gedacht. „Mal sehen, wo die Reise hingeht“, meint Christian. Es gehe hauptsächlich darum, die Musik zu machen, die einem gefalle. Der Rest komme automatisch.
Demnächst wird die Band auch einige ihrer Lieder aufnehmen und als Minialbum veröffentlichen. Wer die Jungs live sehen möchte trifft sie auf dem Treburer Open Air (5. bis 7. August) oder sieht sich ihre Tour-Termine auf www.facebook.com/dearsnowcap an.
Steckbriefe:
Christian Schilling
Spitzname: Mr. Hummingbird
Wohnort: Klein-Gerau
Geburtsdatum: 29.07.1989
Sternzeichen: Löwe
Beruf: Student an der Hochschule Darmstadt, Digital Media (Fachrichtung Video)
Instrument: Gitarre
Erstes Musikerlebnis: Chor in der Grundschule
Lieblingsband(s): The Black Keys, Wolfmother, The Beatles, Portugal. The Man, The White Stripes, Cream, The Jimi Hendrix Experience, Johnossi, Ray Charles, Bob Dylan, The Doors, The Flying Eyes
Hobbys: Freunde, Gitarre, Ukulele, Film, Volleyball
Motto: Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter!
Name: James Brückheimer
Spitzname: The Animal
Wohnort: Gernsheim
Geburtsdatum: 18.8.1989
Sternzeichen: Löwe
Beruf: Student
Instrument(e): Drums
Erstes Musikerlebnis: Aufführung der Musikschule Gernsheim
Lieblingsband(s): The Black Keys, Jimi Hendrix, Steppenwolf, Wolfmother, Limp Bizkit, Queens of the Stone age, uvm.
Hobbys: Musik..., Icehockey, Football und alle anderen Aktivitäten im Freien
Motto: Immer einmal mehr aufstehen, als man hinfällt.
Name: Jonas Schroth
Spitzname: Jones
Wohnort: Trebur-Hessenaue
Geburtsdatum: 07.03.1992
Sternzeichen: Fische
Beruf: FÖJler
Instrumente: Bass, Keyboard
Erstes Musikerlebnis: Erster Kontakt: Klavierunterricht, erstes Erlebnis: toa.







