Foto: Laura Engels
Talentschmieden für langbeinige Mädchen, die vom Modelleben träumen, kennen wir. Wettbewerbe, bei denen die Herren ihr Können auf dem Laufsteg unter Beweis stellen müssen, sind dagegen eher rar gesät. Beim Modelcontest im Frankfurter "Hessencenter" kamen jedoch auch männliche Kandidaten vor die Jury und die weiblichen Zuschauer auf ihre Kosten. In diesem Jahr hat sich das "Hessencenter" zum dritten Mal auf die Suche nach einem weiblichen und einem männlichen Topmodel gemacht und fast 350 Bewerber folgten dem Aufruf zum offenen Casting. 26 Von ihnen schafften es bis zum großen Finaltag am Samstag.
Im Laufe des Tages päsentierten sie in mehreren Schauen die Herbstmode der im Hessencenter ansässigen Shops und bekamen letzte Tipps und Kritiken der Jury. "Die Kandidaten sind gut vorbereitet. Sie haben durch die Workshops viel dazugelernt", erklärt Eike Zuckschwerdt, Inhaber der Agentur "Markenmodels". In den Workshops konnten die Kandidaten lernen, wie man sich richtig stylt und vor der Kamera bewegt. Außerdem mussten sie ein Laufstegtraining absolvieren und sich als "Living-Dolls" in den Schaufenstern des Centers beweisen. "Wir haben ein paar richtige Talente dabei", ist sich Eike Zuckschwerdt sicher. Vom Talent des 26 jährigen Norman war vor allem seine Freundin überzeugt, als sie ihn beim gemeinsamen Shoppen auf das Casting aufmerksam machte. Modelerfahrung hat Norman bisher noch keine gesammelt, aber er sieht seine Vorteile in seinem markanten Typ und seiner Zahnlücke. Ein Markenzeichen, das ein hübsches Modelgesicht manchmal erst zu etwas Besonderem machen kann. Ebensolche Besonderheiten muss ein Männermodel auch für die 18 jährige Nadine haben. "Natürlich muss auch ein Männermodel schlank sein, aber nicht zu durchtraniert. Aber viel wichtiger finde ich, dass er etwas Spezielles an sich hat. Dass er anders ist als andere." Assem glaubt, genau dieses "gewisse Etwas" zu haben. "Wenn man sich die anderen Kandidaten ansieht, falle ich ein bisschen aus der Reihe. Ich bin eben ein anderer Typ." Der 22 Jährige modelt bisher nur in seiner Freizeit, um sein Jura-Studium zu finanzieren. Dass das Modeln nach dem Studium noch zu seinem Leben passen wird, glaubt er eher nicht. Anders denkt da Marcel, der das Modeln gern zu seinem Beruf machen würde. "Ich denke, es gibt eh wenig männliche Models. Ich habe ein Ziel und einen starken Willen", sagt der 20-Jährige über sich selbst. Neben einem gepflegten Äusseren findet er eine schöne Ausstrahlung auch bei Männermodels sehr wichtig. "Man sollte schon ein bisschen trainiert sein, nicht zu dünn."
Neben Talent und gutem Aussehen achtet Agentur-Inhaber Zuckschwerdt bei den Kandidaten aber auch auf die bestmögliche Präsentation der Kleidung und Accessoires. Darin, so sagt er, läge der wichtigste Unterschied zwischen einem Walk auf der Fashionweek und einer Modenschau im Kaufhaus. Sich und das Produkt am besten verkaufen konnten am Ende Sebastian und Juliane. Sie bekommen einen Exklusivvertrag bei der Agentur "Markenmodels", eine eigene SedCard und ein professionelles Fotoshooting.










