Werbefilmer mit Humor: Die Heinemannschüler Elias Achilles, Laura Riestra Lopez, Fadime Aydemir und Özlem Dogan (von links) waren mit der Werbefilm-Parodie "Nickers" beim diesjährigen hessischen Jugendmedienfestival "Visionale" dabei. Foto: ECHO
Beim hessischen Jugendmedienfestival "Visionale" am vergangenen Wochenende in Frankfurt haben auch Schüler der Gustav-Heinemann-Schule ihre flimmernden Filmspuren hinterlassen. Beim dreitägigen Festival im Gallus-Theater waren gleich drei Videofilme von Heinemannschülern zu sehen. Zwei davon steuerte wiederum Oberstufenschülerin Julia Hörr im Alleingang bei.
Die junge Rüsselsheimerin musste sogar beim Sonderwettbewerb zum Thema Mobbing, den, wie schon berichtet, ein Workshop-Team des Jugendbildungswerks gewann, wie alle jungen Autoren auf die Bühne, um vor den Zuschauern Auskunft über ihren Film "Endstation Individualität" zu geben. Ein Musikvideo über eine eher versteckte und langfristig-gesellschaftlich wirksame Folge von Mobbing, des psychischen Drucks vieler auf einen Einzelnen: die Anpassung, den Verlust der Individualität.
Schlechtes Gewissen meldet sich im Traum
Die Oberstufenschülerin mit Kunst-Leistungskurs hat zwar nicht den ersten Preis bekommen, dafür habe ihr ein Jurymitglied für die tiefgründige Behandlung des Themas Lob gezollt. Auch mit ihrem zweiten Filmbeitrag ging Julia Hörr an seelisch Eingemachtes, thematisiert im Video "Das Gute im Menschen" – das für Julia Hörr das schlechte Gewissen ist. Der Darsteller dieses Musikvideos, ein Bekannter von Julia Hörr aus der Theater AG des Rüsselsheimer Oberstufengymnasiums, verschließt die Augen vor der Armut anderer, bis ihn sein schlechtes Gewissen in Traum- und Gedankenszenen einholt und menschlich werden lässt. All diese inneren Entwicklungen hat Julia Hörr in minutenkurze Filme gepackt.
Ihr späterer Berufswunsch so kurz vor dem Abitur? Musikvideos produzieren, Gehörtes in Gesehenes umsetzen. Sie stecke voller Ideen für assoziative Bilderfreiräume, insbesondere wenn sie Musik und Texte ihrer Lieblingsbands höre: "Wolfsheim", "Radiohead" oder "Placebo".
Dem Humor und der Welt der Werbefilme verpflichtet war der dritte Beitrag aus der Heinemannschule. Elias Achilles, Laura Riestra Lopez, Fadime Aydemir und Özlem Dogan aus der Jahrgangsstufe 13 drehten auf dem Schulgelände einen lustigen Werbefilm für den Schokoriegel "Nickers", ein Name, hinter dem das erdnusslastige Original sicher leicht zu erkennen sein dürfte. Die Grundlagen des Films wurden im Kunstunterricht des Leistungskurses erarbeitet. Massenmedien und damit auch die modernen Medien sind an der Gustav-Heinemann-Schule das Halbjahresthema der Stufe 12.2.
Die Schüler analysierten eine große Anzahl von Werbefilmen. Bis ins Detail ging der Blick – auf die Ebene der "Filmsprache", der Einzelbilder, des Zusammenspiels von Ton, Text, Bild und Musik bis hin zum Rhythmus des Filmschnitts. Vier Wochen dauerte es, bis "Nickers" fertig war, zugegriffen wurde dabei auf den Medienraum der Gustav-Heinemann-Schule (Kameras, Filmmaterial) und auf die Schnitttechnik-Fähigkeiten der Kursleiterin Brigitte Wiesheu-Bilshausen. Ergebnis ist eine witzige und originelle Werbeparodie.
Die Gustav-Heinemann-Schule fördert seit Jahren insbesondere im Kunstunterricht die Medienkompetenz durch den kreativen Umgang mit den Neuen Medien und damit die Entwicklung einer kritisch distanzierten Haltung (Stichwort "virtual reality").Einen der Filme von Julia gibt's hier:







