Beat im Blut: Christoph Adriaensen (17) aus der Heimstättensiedlung wird vielleicht "Drummer of Tomorrow". Foto: Roman Größer
Christoph Adriaensen (17) aus Darmstadt hat den Rhythmus im Blut – das fiel seinen Eltern schon auf, als er noch ein ganz kleiner Junge war. Akkurat und begeistert trommelte er als Knirps auf Butterdosen, Töpfen und Türverkleidungen herum. Als er zum ersten Mal ein Schlagzeug ausprobieren durfte, war es aus seiner Sicht "Liebe auf den ersten Blick". Mit Händen und Füßen vier verschiedene Takte durchzuhalten, war für ihn nie Hexenwerk. Auch seine Lehrer in der Schiller- und später der Bernhard-Adelung-Schule waren von Christophs Talent beeindruckt. Es versteht sich von selbst, dass er in Musik die Note 1 bekam.
Jetzt könnte Christoph in seiner Altersgruppe "Drummer of Tomorrow" werden. Er hat schon das Finale des gleichnamigen, vom Schlagzeughersteller Mapex in Deutschland und Österreich ausgeschriebenen Wettbewerbs erreicht und muss sich nur noch gegen wenige Konkurrenten behaupten. Die Entscheidung fällt am 19. November in Karlsruhe.
Für seinen großen Auftritt mit einer ihm unbekannten Band übt der Schüler der Martin-Behaim-Schule schon täglich ohne Überdruss die Begleitung zum Song "Roxanne" von "The Police". Dabei kommt es auf ein "songdienliches" Spiel an. Danach darf Christoph eine eigene Performance vorführen. Sein Vater bewundert ihn für seine Ausdauer: "Er macht das alles aus Freude und freiwillig. Wir üben keinen Druck auf ihn aus."
Christoph nimmt seit vielen Jahren Schlagzeugunterricht an der Akademie für Tonkunst. Als er am Wettbewerb "Jugend musiziert" teilnahm, schaffte er es auf Anhieb bis in den Bundeswettbewerb und wurde dann in der neuen Kategorie Pop/Schlagzeug für das beste "Drum Set" ausgezeichnet.
Schlagzeug üben im Kaiserschlag
Um die Nerven der Nachbarn zu schonen, spielte er anfangs in der elterlichen Wohnung nur auf einem elektrischen Schlagzeug. Doch seit 2006 wohnt die Familie in einem Haus in der Heimstättensiedlung – ausgerechnet im Kaiserschlag. Wenn das kein gutes Omen ist! Der stolze Vater hat für seinen Sohn ein schallgedämmtes Übungszimmer im Keller eingerichtet, denn Christoph mag Rhythmus mit viel Wumms. Wenn er – mit Kopfhörer zum Eigenschutz – loslegt, erzittern die Wände. Seine abgenutzten Trommelstöcke füllen schon einen ganzen Schrank. Alle zwei bis drei Wochen braucht er neue.
Sollte Christoph beim Finale in Karlsruhe "Drummer of Tomorrow" werden, wird ihm eine Ausbildung zum Profi-Drummer finanziert. Das passt gut in seine Zukunftspläne: Er will später mal Musiklehrer werden. In der Centralstation hat er kürzlich zusammen mit Freunden ein Video produziert, das er nach dem Mixen und Schneiden auf YouTube veröffentlichen will. Denn: "Es macht doch Spaß, zu zeigen, was man kann!"







