
Von Rechts: Markus, Tom, Bill, Thomas und Miguel von Bushfire auf dem Sound Of The Forest. Felipe Fernandes
Wie ein Feuer brennt sich die aktuelle Platte der Darmstädter Band “
Bushfire” in den Gehörgang. Ihr Mix aus Stoner, Blues und Rock begeistert seit 2004 nicht nur die Bühnen der Region. Nach drei EPs wird es 2010 Zeit für ihr erstes Langspiel Album „Black Ash Sunday“. Ohne Label und daher ohne Plattenvertrag managen die Fünf alles im DIY-Stil. Im Juli diesen Jahres wurde ihr Song „Little man“ von DMAX verwendet und war so täglich mehrmals im Fernsehen zu hören. Ob das der erste Schritt zum großen Durchbruch war – oder ob das eventuell gar nicht so angedacht ist – Echo-Live traf Bill, Markus, Thomas, Miguel und Tom am Freitag auf dem Sound Of The Forest und hat für euch nachgefragt.
Echo-Live: Fünf Männer mit fünf verschiedenen Nationalitäten, die gemeinsam in einer Band in Darmstadt spielen. Was hat euch denn nach Darmstadt geführt und wie habt ihr euch dort gefunden?
Markus: Wir haben zwar alle unterschiedliche Pässe, aber der Großteil von uns ist in Darmstadt aufgewachsen. Bill kam in den 90ern, wegen der Army, nach Darmstadt und blieb danach hier. Unser Schlagzeuger Tom ist vor kurzem aus Afrika gekommen, um hier zu studieren.
Bill: Wegen der Jagd (
lacht)!
Tom: Ja, ich bin nach Deutschland gekommen, weil ich gehört habe, hier kann man duschen und zu Mc Donalds gehen (
lacht). Außerdem kann man super Musik machen.
Echo-Live: Ihr habt bis jetzt drei Demo Alben veröffentlicht. Jedes dieser Demos war einem bestimmten Thema gewidmet. Sie sollten die Rockstar-Attitüden Sex, Drugs and Rock’n‘ Roll widerspiegeln. 2005 erschien euer erstes Demo „HER(T)”. 2006 folgte „ADDICTION“ und 2007 machte „(R)EVOLUTION“ den Abschluss. Für das letzte Demo habt ihr - mit einspielen, mastern und allem drum und dran - für die komplette Produktion nur gut vier Wochen gebraucht. Das ist unheimlich schnell. Wie lief es denn jetzt bei eurem ersten Album „Black Ash Sunday“, welches ihr im Oktober 2010 auf die Welt losgelassen habt?
Bill: Wir haben „Black Ash Sunday“ zwei mal aufgenommen. Die ersten Aufnahmen waren noch mit unserem alten Drummer – daher haben wir beschlossen, es noch mal mit unserem neuen Drummer einzuspielen. Er gehört zu uns, also gehört er auch mit auf die CD. Deshalb hat es bei unserem Album auch sehr lange gedauert. Außerdem haben wir ja nicht so viele Songs, deshalb verwenden wir viele andere Dinge auf der Platte. Ganz davon abgesehen, dass wir keine echten Musiker sind.
Echo-Live: Eure Demos waren immer zu einem bestimmten Thema konzipiert. Das aktuelle Album beschäftigt sich thematisch mit den unkontrollierten Gewalten die auf den Menschen einwirken. Woher zieht ihr die Inspiration für eure Songs?
Echo-Live: War das jetzt der erste Schritt ins Big Business für euch? Oder wollt ihr das eventuell gar nicht?
Markus: Glaube ich nicht.
Bill: Wir haben alle unsere Jobs, wir haben ein reales Leben. Wir sind keine Teenager mehr und wissen, dass das unser Hobby ist und da nicht morgen plötzlich der große Erfolg kommt. Viele wollen bei tollen Festivals spielen, viel Supporten und immer nur das Beste – wir sind schon glücklich, wenn uns jemand anruft und fragt, ob wir spielen.
Echo-Live: Also seid ihr aktuell auch gar nicht unbedingt auf der Suche nach einem Label?
Bill: Naja, wenn ein Label zu uns kommen würde und alles soweit passt, wir uns einig sind – warum nicht? Ich denke, wir sind momentan einfach offen für alles und bereit für nichts. Die meisten Jungs wären bereit drei Monate komplett am Stück zu touren – aber das geht bei uns eben schwierig, wenn jeder seinen Job hat. Wir machen Musik aus Leidenschaft
.
Echo-Live: Aktuell steht bei euch einen Minitour mit eurer befreundeten Band Wright an. Welche Pläne habt ihr für diesen Herbst denn noch auf dem Zettel?
Bill: Das mit September klappt so jetzt nicht. Es wird Dezember!
Markus: Wir hatten geplant jetzt im September mehrere Gigs zu spielen. Einer ist nicht zustande gekommen, der andere wurde gecancelt. Im Endeffekt haben wir nur noch einen Gig im September und die Minitour folgt dann im Dezember. Da werden wir dann vier Tage mit unseren Kumpels von Wight, auch eine Darmstädter Band, unterwegs sein. Das wird ein riesen Spaß!
Thomas: Also wer zwischendrin noch irgendwie eine Band braucht – meldet euch bei uns!
Bill: Mehr Infos dazu findet ihr auch unter fatandholy.com!
Echo-Live: Wenn die Konzerte jetzt erst mal wegfallen, nutzt ihr dann die Zeit um an neuen Songs zu arbeiten?
Bill: Wir haben sogar heute schon einen gespielt! Wir haben noch nichts aufgenommen aber wir versuchen schon einiges. Es wird ein bisschen experimenteller, denken wir. Denn wir hatten ja Anfangs den Plan ein Album über Sex, eines über Drugs und eines thematisch über Rock ’n‘ Roll zu machen. Das hat nicht genau so hingenauen.
Das erste Album war eher über Romantik. Aber wir sind trotzdem sehr stolz darauf. Wir haben wirklich alles selbst gemacht. Wir haben uns 2004 ein Ziel gesetzt – 2010 es dann endlich erreicht. Alles was jetzt kommt wird noch großer und besser. Aber das wird sich alles in den nächsten Monaten zeigen.
Markus: Um es noch einmal kurz zusammen zufassen: Wir schreiben an neuen Songs und versuchen so schnell wie möglich auch neue Sachen zu veröffentlichen. Aktuell arbeiten wir noch an einer Single mit einem Feature mit einer Band aus den USA, die wohl im Oktober kommt. Aber bis das Album kommt wird es definitiv nächstes Jahr.
Bill: Dezember 2012! Wir machen den Soundtrack zum Ende der Welt! (
lacht)
Echo-Live: Die letzte Frage gehört euch: Was möchtet ihr gerne noch loswerden?
Bill: Vielen, vielen Dank Brigitta und Zere!
Thomas: Und vielen lieben Dank an unseren Tonmann Albe!
Echo-Live: Vielen Dank für das Gespräch!