"Wir genießen unser Leben total"

Stella Roin Interview I

Von links: Stella Held und Martin Burk von Stella Roin im Gespräch nach ihrem Konzert auf dem Folklore im Garten. Foto: Dominik Gruszczyk



Stella Roin haben in diesem Jahr mit ihrem Album „Dear Stranger“ debütiert. Das Trio aus Köln - bestehend aus dem Geschwisterpaar Stella (Gesang, Piano) und Max Held (Schlagzeug) sowie Kontrabassist Martin Burk - verorten sich musikalisch in Soul, Pop und Jazz. Auf dem diesjährigen Folklore im Garten traf Echo-Live die Band zum Gespräch.

Echo-Live: Auf eurer Homepage steht zu eurer Biografie: Gar nichts. Erzählt doch mal wie und wann Stella Roin angefangen hat?

Max: Ich bin 1984 geboren, dann kam die Krabbelgruppe, Kindergarten, Schule - kurz - trotzdem studiert. Das mit der Band weiß ich nicht mehr.

Stella: Mein Bruder Max und ich haben bereits vor zwei Jahren angefangen und im letzten September habe ich Martin kennengelernt. Wir haben beschlossen zusammenzuziehen und Musik zu machen.
Interview Stella Roin II
Das Gespräch mit Stella Roin im Backstage des Schlachthof Wiesbaden, wo das Folklore im Garten gewohnheitsmäßig stattfand. Foto: Dominik Gruszczyk


Echo-Live: Euer erstes Album erschien im Mai diesen Jahres. Wie würdet ihr in Worten dieses Album beschreiben und wie sind die Aufnahmen dazu gelaufen?

Martin: Wir haben uns eigentlich nur ein paar Studios in der Umgebung ausgesucht mit der Vorgabe, dass es möglich günstig sein soll.

Stella: Die Aufnahmen gingen dann täglich zehn Stunden mit neun Gastmusikern. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Wir hatten sogar ein Streichquartett dabei, was die Songs auch erweitert hat.


Echo-Live: Bei mir hat eure Musik das Gefühl Zuversicht ausgelöst. Was drückt eure Musik nach eurer Meinung aus?

Stella: Zuversicht ist definitv ein schönes Wort. (Max unterbricht: Genauso wie Auto oder Kfz-Mechaniker; Anmerk. d. Red.) Das kommt aber auch immer auf den Zuhörer an. Mir ist ist wichtig, dass ich persönliche Emotionen und Erfahrungen einbringen kann. Was der Zuhörer dann raushört, ist sehr unterschiedlich.

Max: Das war sehr schön. Darauf erheben wir die Gläser.


Echo-Live: Neben Songtexten veröffentlicht ihr auch Gedichte auf eurer Homepage. Wie wichtig sind euch Texte?

Stella: Ich schreibe die Songtexte und mir ist es wichtig, dass der Inhalt mein Empfinden wiedergibt. Das war es eigentlich schon.

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Echo-Live: Max und Stella, ihr seid Geschwister. Wie ist das in einer zwei Drittel Familienband? Seid früher ihr typische Zank-Geschwister gewesen? Und wie ist das für dich als Nicht-Familienmitglied, Martin?

Max: Früher haben wir uns gezankt, vor allem im Auto auf der Fahrt in den Urlaub. Nach der Pubertät hat sich das aber gelegt. Und heute ist Stella die Chefin und ich ihr guter Gefolgsmann. Sie kümmert sich um die Songs, um die Auftritte – ich bin stolz auf meine Schwester.

Martin: Für mich ist das spannend! Stella und Max gehen als Geschwister ganz anders miteinander um, als ich es aus anderen Bands kannte. Sie reden anders - sehr direkt. Als Außenstehender dort seine Rolle zu finden und sich zu positionieren, ist sehr spannend. Man weiß nie genau, wo die Grenze ist. Darf ich genauso reden, wie beide miteinander? Wann trete ich ihnen auf die Füße? Aber mittlerweile funktioniert es.


Echo-Live: Max, du hast in einem Interview mit Radio Köln gleich zur Begrüßung mitgeteilt, dass du derjenige mit Führerschein bist. Ist das ein erwähnenswerter oder wesentlicher Bestandteil dieser Band?

Max: Der Spruch ist nur geklaut. Das kann man getrost wieder streichen.


Echo-Live: Schauen wir mal in die Zukunft von Stella Roin: Was sind eure musikalischen Wünsche, Pläne und Visionen? Gibt es vielleicht die Überlegung mit Musik Geld zu verdienen?

Stella: Das wäre natürlich schön. Aber momentan kümmern wir uns eher um gute Gigs und dass wir weiter Musik schreiben. Das Studium rückt aber schon eher in den Hintergrund, dient eher als Alibi für Mama und Papa.

Martin: Es macht unheimlich viel Spaß mit dieser Band. Wir genießen unser Leben total.


Echo-Live: Danke für das Gespräch!

02.09.2011, Sebastian Wolf

 
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