"Spurv Laerke"-Sängerin Kristina Kristoffersen mit ECHO-live-Mitarbeiter Sebastian Wolf. Foto: Dominik Gruszczyk
Der Name "Spatz Lerche" bezeichnet nicht etwa eine neue Vogelart oder eine Sammelstation für kranke Piepmätze. Es ist die Übersetzung des dänischen Namens einer Wiesbadener Band mit internationaler Besetzung - „Spurv Laerke“. ECHO-live sprach mit der lebensfrohen, sympathischen "Spurv Laerke"-Sängerin Kristina Kristoffersen aus Dänemark über Namensgebung, Musik und Gefühle.
ECHO-live: Der Schlachthof hier in Wiesbaden ist der Ort, an dem alles begann. Erzählt doch mal, wie die Entstehung von "Spurv Laerke" ablief.
Kristina: Wir machten alle lange Musik und der Schlagzeuger, der Gitarrist und ich fanden einander irgendwie. Wir wollten eine Band gründen und hingen einen Zettel an die Pinnwand des Schlachthofes. Der einzige Bassist, der sich meldete war Dave, unser Amerikaner. Es hat sofort gefunkt, Dave ist genau der Richtige für uns.
ECHO-live: "Spurv Laerke" ist ein Begriff, mit dem man nur schwer etwas verbinden kann. Habt ihr den Namen bewusst gewählt? Was bedeutet der Name für euch?
Kristina: Ja und Nein. Wir wollten keine kommerzielle Schiene fahren, sondern Musik machen, die uns wichtig ist, die uns am Herzen liegt. Wir merkten, dass englische Namen sehr vorbelastet sind und dich die Leute sofort mit etwas assoziieren. Der Name hat für mich als Dänin natürlich auch etwas Heimatliches. "Spatz Lerche" hat keine tiefe Bedeutung. Es sind die Vögel, die sehr unterschiedlich sind für uns einen Gegensatz symbolisieren.
Kristina: So in etwa (lacht). Nur auf Vogelebene.
ECHO-live: Ihr betont gerne, wie wichtig euch ein gutes Gefühl beim Musikmachen auf der Bühne und Studio ist. Die Aufnahmen müssen frei von Druck und in guter Atmosphäre stattfinden. Wie findet ihr euch als sehr emotionale Band in der kühlen Welt des Musikbusiness zurecht?
Kristina: Schwer. Es war immer blöd, Musiker zu sein. Früher gab es mal einen Boom, bei dem Bands auf Major-Labels unverhältnismäßig viel Geld bekamen. Ich bin selbst in der kommerziellen Branche, schreibe Musik für andere Künstler und die anderen machen auch etwas mit Kultur oder unterrichten. Uns war klar, dass wenn wir so ein Projekt machen wollen, wir auf das Geld und den Hype verzichten müssen. Wichtig war uns, das zu machen, was aus uns herauskommt und das Gefühl in den Vordergrund zu stellen.
ECHO-live: Allerdings ist das doch eher eine Traumwelt. Jeder Musiker möchte nur seine Musik machen und davon Leben können, doch wenn dieser Wunsch Realität werden soll, gehören Marketing, Plattenverkäufe, Merchandise und Eigenwerbung einfach dazu.
Kristina: Was ist denn Realität? Was ist Bewusstsein für dich und für mich? Für mich ist es, auf der Bühne zu stehen, die Freiheit ausleben und meinen Emotionen durchleben zu können und andere Menschen etwas davon haben. Das ist der Grund, warum ich auf der Bühne stehe. Mit der Musik kommuniziere ich mit den Menschen, unabhängig, welchen sozialen Status oder kulturellen Hintergrund sie haben.
ECHO-live: Ihr seht die Musik als Spiegel eurer Persönlichkeiten…
