Vorbilder seien Orientierungshilfen und übten Einfluss auf unsere Entscheidungen aus. Sie würden beeinflussen, was wir anziehen und gut finden, da oft das Verhalten der Vorbilder nachgeahmt würde.
Idole kommen verstärkt in der Jugend vor, erklärt Lindermann. In dieser Zeit würden sich Jugendliche von ihren Eltern ablösen und die eigene Identität suchen. „Als Erwachsener hat man immer noch seine Vorbilder, dennoch wird dies nicht so stark nach außen gelebt, wie in der Jugendzeit“, sagt die Psychologin und ergänzt: „Die persönliche Lebensvorstellung ist in der Regel dann schon gefestigter.“
Jugendliche treffen sich oft täglich mit ihren Freunden und reden über Stars und Vorbilder. Das animiere zusätzlich, auch so sein zu wollen wie das eigene Idol oder die der Freunde.
Lindermann erklärt weiter, dass viele Stars Vorbilder seien, weil sie perfekt scheinen. So zum Beispiel Kristen Steward, mit der sich viele durch ihre Rolle als Bella in „Twilight“ identifizieren oder Robbie Williams, der durch sein Comeback wieder im Rampenlicht steht und von vielen als musikalisches Vorbild gesehen wird.
Doch auch Personen, mit denen Jugendliche im täglichen Leben zu tun haben – wie Familie und Freunde – könnten so beeindrucken, dass sie ihnen nacheifern wollen. Häufig schauen sie sich gute Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Höflichkeit oder Offenheit ab oder ahmen eine bestimmte Art von Humor nach. Aber auch wenn man mitbekommt, wie jemand aus dem Bekanntenkreis Tiefen in seinem Leben meistert, macht das Mut und fördert die Bereitschaft, nicht alles hinzunehmen.
Vorbilder zeigen eine Lebensmöglichkeit, mit der wir uns identifizieren. Man schaut sich deren Verhalten ab. Doch dies kann auch Nachteile haben. Übernimmt man schlechte bis grenzwertige Eigenschaften wie Intoleranz oder rebellisches Verhalten, obwohl diese Eigenschaften nicht zur eigenen Persönlichkeit passen, ist man sich selbst nicht mehr treu.
Der Mensch sucht sich Idole, um von ihnen zu lernen. So lange man es nicht übertreibt und blind nachahmt, kann es ganz nützlich sein, sich an ihnen zu orientieren. Idole oder Vorbilder helfen, sich selbst zu finden und eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
Umfrage: Wer sind eure Vorbilder?
Leo, 17 Jahre, aus Bensheim: Michael Jackson ist mein Idol. Ich höre schon von klein auf seine Musik. Seine Art zu tanzen war einzigartig, besonders sein „Moonwalk“ oder „Sideslide“. Er ist für mich nicht nur der King of Pop, sondern auch der King of Rock and Soul.
Joelle, 13 Jahre, aus Braunshardt: „Mein Vorbild ist Drake Bell. Er sieht einfach gut aus und ist ein toller Schauspieler. Er ist charmant und hat eine tolle Stimme. Auch Miley Cyrus ist ein Vorbild für mich. Sie ist witzig und talentiert und hat einen guten Geschmack in Klamotten. Ich liebe ihren Charakter.“
Chris, Sänger von „3fellas“, 19 Jahre, aus Modautal: Ein bestimmtes Idol habe ich nicht. Wie die meisten habe ich früher Bushido gehört. Ich beneide ihn um seinen Erfolg. Er weiß, wie man Business macht, und das ist bemerkenswert. Von der Technik her ist für mich ganz klar Kollegah der beste. Er hat hammermäßige Reimtechniken drauf. Vom Flow ist Eminem vorne, Savas ist meiner Meinung nach in Deutschland da vorne. Ich habe also gar kein richtiges Idol – jeder hat seine eigene Art, die ich sehr schätze.
Nicole, 17 Jahre, aus Einhausen: „Mein Vorbild ist meine Oma. Sie war immer für mich da, wenn ich sie brauchte. Sie wusste immer einen Rat und hat ihr Leben gut gemeistert. Meine Oma hat vier Kinder großgezogen und hatte einen Job. Sie hatte gegen niemanden Vorurteile und half, egal worum es ging.“







